Exkursionen

peterhof springbrunnen

Jährlich bieten die Freunde ihren Mitgliedern Exkursionen nah an den Themenbereichen der Preußischen Schlösser und Gärten unter kunsthistorischer Leitung im In- und Ausland an.

Exkursionen 2016

Mehrtägige Exkursion nach Weimar im August 2016

„Wählen Sie Weimar zu Ihrem Wohnort – wo finden Sie auf einem so engen Fleck noch so viel Gutes.“ Dieser Satz Goethes hat bis heute seine Berechtigung. „Deutschlands Athen“ nannte der Dramatiker August von Kotzebue 1811 die Stadt an der Ilm, und Thomas Mann sprach Weimar ewigen Ruhm zu.

Dieses „Athen“ in der Mitte Deutschlands (Europäische Kulturhauptstadt 1999) wollen die Freunde auf einer dreitägigen Reise im Großen wie im Kleinen intensiv betrachten und erkunden. Wobei die Stadt als Ganzes geradezu eine Art „Dauerausstellung“ ist.

Weimar ist ein Synonym für die deutsche Klassik, aber die Stadt ist viel mehr als ein literarischer Wallfahrtsort, mehr als Goethe, Schiller und Herder, deren Häuser natürlich besucht werden. Dazu Goethes Gartenhaus an der Ilm. Dann bildet das Weimarer Stadtschloss, die Residenz der Herzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach, mit seinen bedeutenden Sammlungen und seiner Innenausstattung einen zentralen Besuchspunkt. Ferner kommt die Stadtkirche zu Ihrem Recht, die Kunstgewerbeschule (entworfen von Henry van de Velde) und die Anna Amalia-Bibliothek, die sich von dem verheerenden Brand gut erholt hat.

Ein Muss sind ferner Schloss und Park Tiefurt, die Sommerresidenz der Herzogin Anna Amalia und das Schloss Belvedere mit seinen Gärten, dem „Sanssouci“ der Herzöge von Weimar, drei Kilometer von der Stadt gelegen, mit einem schönen Botanischen Garten und einer sehenswerten Orangerie.

Weimar ist auch die Stadt des Bauhauses, das hier 1919 im Jahr der Weimarer Verfassung von Walter Gropius gegründet wurde. Bauhaus ist zum Begriff geworden für die Überwindung der Stilkunst der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Sachlichkeit und Zweckmäßigkeit. Der Besuch des Weimarer Bauhaus-Museums ist äußerst lohnend.

Weimar war auch Musikstadt, wenn man etwa an Franz Liszt denkt. Nicht zu vergessen die Stadt zahlreicher bildender Künstler, angefangen bei Lucas Cranach d.Ä. bis hin zu Lyonel Feininger, Paul Klee, Wassiliy Kandinski und Oskar Schlemmer.

„Oh Weimar! Dir fiel ein besonder Los. Wie Betlehem in Juda klein und groß. Bald wegen Geist und Witz beruf dich weit europens Mund, bald wegen Albernheit.“ Mit diesen Worten lassen Sie uns auf das einzigartige Weimar einstimmen.

Mehrtägige Exkursion nach Stockholm im Juli 2016

Kunsthistorische Leitung: Dr. Jarl Kremeier 

Stockholm gehört als Reiseziel für die Freunde zu den wichtigen Orten, die als (konstitutionelle) Monarchien noch eine lebendige Vorstellung von höfischem Leben vermitteln. Das bedeutet einerseits, dass man Schlösser und ihre Ausstattung sowie höfische Institutionen (etwa der Marstall) teilweise in ihrer ursprünglichen Funktion sehen kann, bedeutet andererseits aber auch, dass bestimmte Bereiche der Musealisierung entzogen sind oder gar nicht gesehen werden können.

Schweden ist geographisch und historisch-dynastisch keineswegs so unkompliziert, wie es der Blick auf die heutige skandinavische Landkarte glauben lässt: Der Süden (Schonen) wurde überhaupt erst 1658 von Dänemark erobert, mit Norwegen gab es während des 19. Jahrhunderts eine Personalunion und das heutige Finnland hat bis 1809 zu Schweden gehört. Die große Zeit der schwedischen Expansion von 1631 bis 1721 hat die Ostsee gewissermaßen zu einem schwedischen Binnenmeer gemacht, bis dieses ‚Reich’ am Ende des Großen Nordischen Krieges 1721 zerfiel. Die Jahre der Expansion brachten Schweden natürlich auch in Kontakt und Konflikt mit Brandenburg-Preußen (Frieden von Oliva 1660, Schlacht von Fehrbellin 1679), und Wismar stand - nicht de facto, wohl aber de jure - bis 1903 unter schwedischer Oberhoheit.

Die erbliche Monarchie wurde  unter Gustav I. Wasa (reg. 1523-1560) eingerichtet; durch Vererbung in weiblicher Linie kamen später die Häuser Pfalz-Zweibrücken, Hessen-Kassel und Holstein-Gottorp ins Spiel. Der schwedische Adel (Familien wie Oxenstierna, Wrangel, Fersen, Bielke oder Wachtmeister) hat zu bestimmten Zeiten eine bedeutende Rolle gehabt, davon zeugen einige erhaltene Stadtpalais’ in Stockholm ebenso wie das Riddarhuset als Versammlungsgebäude des Adels. Mit dem völligen Wechsel der Dynastie durch vom Reichstag 1810 beschlossene Adoption des französischen Generals Jean Baptist Bernadotte hat Schweden eine einmalige konstitutionelle Wende unter den Monarchien Europas vollzogen.

Dynastische Verbindungen zu Berlin hat es unter den Bernadottes nicht mehr gegeben, aber zwei frühere Eheschließungen brachten brandenburgisch-preußische Damen nach Stockholm: Markgräfin Maria Eleonore von Brandenburg (1599-1655) heiratete Gustav II. Adolf und war Mutter der Königin Christine (zu der sie kein gutes Verhältnis hatte). 1744 heiratete Prinzessin Luise Ulrike von Preußen (1720-1782) den zukünftigen schwedischen Thronfolger Adolf Friedrich (reg. 1751-1771), sie war die Mutter der Könige Gustav III. und Karl XIII.; mit dem Theater ‚Confidenzen’ in Ulriksdal und dem ‚Chinesischen Schlößchen’ in Drottningholm werden ihr zwei besonders charmante Bauten des späten 18. Jahrhunderts verdankt. Friedrich II. hat seiner schwedischen Nichte Sophia Albertine noch zu Amt und Würden als Fürstäbtissin von Quedlinburg verholfen.

Wichtig für Berlin ist auch der schwedische Architekt Nicodemus Tessin d.J. geworden, insbesondere wegen seiner Vorschläge zum Bau von Schloß Charlottenburg, wie überhaupt der parallel zum Berliner Schloß entstehende Bau des Schlosses in Stockholm als Vergleichsbeispiel von höchster Bedeutung ist.

Dr. Jarl Kremeier hat Kunstgeschichte, Geschichte und Musikwissenschaft in Würzburg, Berlin und London studiert und ist mit einer Arbeit zur Hofkirche der Würzburger Residenz promoviert worden. Er unterrichtet an Berliner Kunsthochschulen und im Gasthörerprogramm der Freien Universität. Exkursionen für die Freunde hat Jarl Kremeier nach England, Holland, Wörlitz und ins Thüringische & Sächsische konzipiert und geleitet.

Tagesexkursion >Schlösser im Landkreis Nuthe-Nieplitz< im April 2016 

Wir freuen uns, Ihnen erneut eine Tagesexkursion unter der kunsthistorischen Leitung von Dr. Sibylle Badstübner-Gröger anbieten zu können. Die Ziele sind folgende Schlösser im Landkreis Nuthe-Nieplitz: 

Schlossruine Dahme Als Barockschloss mit repräsentativem Mittelrisalit wurde Schloss Dahme unter den Herzögen von Sachsen-Weißenfels bis 1714 u.a. von den Baumeistern Elias Scholtz und Johann Christoph Schütze errichtet. 1815 im Ergebnis des Wiener Kongresses wird Dahme Preußen zugeschlagen. Heute ist das Schloss Ruine und wird als solche für Veranstaltungen vermietet. Besichtigung der Schlossruine und der Kirche.

Schloss Baruth Ehemaliger Sitz der Grafen Solms-Baruth, Gebäudekomplex aus altem Schloss, um 1775 fertig gestellt – heute leerstehend - und neuem Schloss, eingebettet in einen Landschaftspark von 1838 nach Plänen Peter Joseph Lennés. Die evangelische Stadtkirche St. Sebastian aus dem 15./16. Jahrhundert besitzt eine Ausstattung um 1680 mit Stiftungen der Familie von Solms-Baruth.

Schloss Stülpe Barockschloss, 1740-54 für Adam Ernst II. von Rochow erbaut. Nach verschiedenen Nutzungen zu DDR-Zeiten ist es seit 2006 in Privatbesitz. Das Schloss wurde restauriert und dient heute kulturellen Veranstaltungen. Die ursprüngliche Raumkonzeption ist erhalten geblieben. Zum Schloss gehört ein interessanter Wirtschaftshof. Der weitläufige Park wurde nach 1820 angelegt und ist seit 2006 in privater Hand. Die Dorfkirche von 1562 hat eine wunderbare Deckenmalerei aus dem Jahr 1689 und eine interessante Ausstattung. Anschließend werden wir mit Kaffee und Tee, Kuchen und Herzhaftem im Schloss diesen schönen Tag beschließen.

Exkursionen 2015

Tagesexkursion >Auf dem Wege zu Cranach< im Oktober 2015 

Vorbereitend zum Lutherjahr 2017 präsentiert das Land Sachsen-Anhalt mit „Cranach dem Jüngeren“ an verschiedenen Orten die weltweit erste Ausstellung, die dem Leben und Werk von Lucas Cranach dem Jüngeren gewidmet ist. Die Freunde besuchten in einer Tagesexkursion Wittenberg und Dessau-Roßlau. Begleitet und in das Thema eingeführt hat uns Michael Adam.

Lucas Cranach der Jüngere – Entdeckung eines Meisters Ausstellung im Augusteum in Wittenberg – sie widmet sich dem Leben und Werk von Lucas Cranach dem Jüngeren und stellt ihn als facettenreiche Persönlichkeit und Künstler vor. Cranachs Kirche In der Stadtkirche Sankt Marien befinden sich zahlreiche Originalgemälde von Lucas Cranach dem Jüngeren, die zu dieser Ausstellung aufwändig restauriert wurden. Darunter der bekannte Reformationsaltar, an dem Lucas Cranach der Jüngere gemeinsam mit seinem Vater gearbeitet hat. In der Kirche befinden sich auch sein Grab und Grabmal. Cranachs Welt Ständige Ausstellung der Cranach-Stiftung im Geburtshaus des Malers. Sie führt ein in das Leben seiner Familie. Auf Cranachs Spuren in Dessau In Dessau besuchten wir die Ausstellung „Cranach in Anhalt“ im Johannbau, die Marienkirche und die Johanniskirche. Mit dem Dessauer Fürstenaltar Cranachs des Älteren aus der Sammlung der Anhaltischen Gemäldegalerie und mit dem Dessauer Abendmahl Cranachs des Jüngeren in der Johanniskirche wurden wesentliche Hauptwerke der Maler präsentiert.

Tagesexkursion zu Schlössern im Landkreis Dahme-Spreewald im Mai 2015

Kunsthistorische Leitung: Dr. Sibylle Badstübner-Gröger

Schloss Kossenblatt, gilt als Lieblingsschloss des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I., der es 1736 erwarb und hier seine Bilder malte, die sich heute in Königs Wusterhausen befinden. Heute privat und Leerstand. Besichtigt wurde auch die Patronatskirche. Schloss Groß Leuthen, am gleichnamigen See gelegene Dreiflügelanlage. Im Kern Renaissanceschloss der Schenken von Landsberg, M. 16. Jh.; 1712-1725 barocker Umbau; 1912-1914 Vereinheitlichung der Fassadengestaltung durch Bodo Ebhardt und neuer Seeflügel für Unternehmer J.A.v.Wülfing. Erneuerung im Gange durch privaten Eigentümer; Dorfkirche von 1857 im Rundbogenstil der Schinkelschule Schloss Lieberose, ehem. Vierflügelanlage mit Renaissancekern; A. 16. Jh. Ausbau für Familie v. d. Schulenburg. 1688 – 1695 im Ost- und Westflügel Stuckdecken eingefügt; um 1750 Ausbau zur barocken Vierflügelanlage im Charakter eines Residenzschlosses; Reisestation des sächsisch-polnischen Hofes von Dresden nach Warschau; 1945 durch Bomben beschädigt; seit 1993 im Eigentum der Brandenburgischen Schlösser GmbH und Restaurierung; Besichtigung der Stadtkirche mit Sandsteinepitaph für Joachim v.d. Schulenburg von 1597, dieser zum Altar umgestaltet. Schloss Lübbenau, ehem. mittelalterliche Wasserburg, später Ausbau zum Renaissanceschloss; heute klassizistischer Bau 1817-1820 von Carl August Benjamin Siegel; seit 1621 im Besitz der Grafen zu Lynar. Erste Entwürfe des Landschaftsparks gehen auf Peter Joseph Lenné zurück, Anlage jedoch von J.E. Freschke ausgeführt. Heute ist Schloss Lübbenau ein Hotel der gräflichen Familie zu Lynar. 

Mehrtägige Exkursion in das Rheinland im Juni 2015

Rheinland und die Rheinromantik

1815, mit dem Abschluss der Wiener Kongressakte, fielen eine Reihe der linksrheinischen Provinzen an den preußischen Staat. 200 Jahre Preußen am Rhein, dies war der Anlass für die Freunde nach 25 Jahren erneut zu einer Exkursion in das Rheinland einzuladen. Als kunsthistorische Begleiterin konnte die langjährige Kölner Dombaumeisterin, Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, gewonnen werden. 

Mehrtägige Exkursion nach Mecklenburg-Vorpommern im September 2015

Nordische Schönheiten

Mecklenburg-Vorpommern ist eine Region, der sich die Freunde bislang nur in Tagesexkursionen genähert haben. Zahlreiche Schlösser, Gärten und Herrenhäuser, hervorgegangen aus häufigen Landesteilungen mecklenburgischer und pommerscher Herzöge, prägen die kulturelle Vielfalt des Raumes zwischen Elbe und Oder.

Die mehrtägige Reise unter der kunsthistorischen Leitung von Prof. Dr. Wilhelm Hornbostel führte zu den fürstlichen Residenzen in Schwerin, Ludwigslust, Güstrow und Mirow sowie zu weiteren Landschlössern, wie Wolfshagen. 

Exkursionen 2014

Exkursion der Freunde nach Wien im Juni 2014

Kunsthistorische Leitung: Prof. Dr. Wilhelm Hornbostel

Auf der Reisewunschliste der Freunde steht seit langem Wien, jene einzigartige Kunst- und Kulturmetropole, die seit Überwindung der europäischen Spaltung wieder ins Zentrum des Kontinents gerückt ist. Die Fülle an Schlössern, Gärten und Palais, an Kunstsammlungen, Ringstraßen-Architekturen, Erinnerungsstätten der Habsburger und das einzigartige Flair von Vergangenheit und Gegenwart machen Wien zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Auf dem Programm stehen u.a. mit dem Oberen und Unteren Belvedere, wie auch Schloss Schönbrunn wichtige Schlossanlagen der Habsburgischen Regentschaft, sowie das im Oktober 2013 wiedereröffnete Winterpalais Prinz Eugen, die seit März 2013 neu zu sehende Kunstkammer im Kunsthistorischen Museum und das Stadt- und Gartenpalais Liechtenstein. Nahezu alle Wege werden Sie in Wien zu Fuß oder mit den Öffentlichen zurücklegen.

Das Haus Wettin in Thüringen und Sachsen: Gotha und seine abgeteilten Linien. Exkursion der Freunde im August 2014

Kunsthistorische Leitung: Dr. Jarl Kremeier

Der kulturgeschichtliche Beitrag des Hauses Wettin war in Qualität und Quantität außerordentlich groß. Das aus den mittelalterlichen Staaten der Landgrafschaft Thüringen, der Markgrafschaft Meißen, des Herzogtums Sachsen und einiger weiterer erworbener oder ererbter Gebiete zusammengewachsene Territorium erstreckte sich in Nord-Südrichtung von der böhmischen Grenze bis kurz vor Berlin, im Westen grenzte das Gebiet an Hessen und im Osten an Schlesien. Wie fast alle deutschen Fürsten haben die Wettiner ihre Lande zuweilen unter den Söhnen aufgeteilt - der Zufall wollte, dass die Leipziger Teilung von 1485 die bestimmende blieb: Es entstand eine überwiegend sächsisch-meißnische Hälfte der Albertinischen Linie in Dresden und eine überwiegend thüringische Hälfte der Ernestinischen Linie um Torgau und später Weimar und Gotha. Mit der Exkursion zu den ‚Sächsischen Sekundogenituren’ der Albertiner (in Weißenfels, Merseburg und Zeitz) haben die Freunde bereits einen kleinen, aber wichtigen Teil der heute noch sprechenden Sachzeugnisse der Architektur- und Sammlungsgeschichte kennengelernt.

Das ernestinische Sachsen von 1485 wurde nach der von Kurfürst Johann Friedrich gegen Kaiser Karl V. verlorenen Schlacht von Mühlberg 1547 empfindlich verkleinert: Amt und Würden des Kurfürsten und Teile des Landes gingen an den albertinischen Vetter Moritz in Dresden. Johann Friedrich - jetzt nur noch Herzog - zog sich nach Weimar zurück und versuchte, sich in seinem Reststaat einzurichten. Unter seinen Nachfahren kam es wiederum zu Landesteilungen, wichtig wurde 1640 die Einrichtung der zwei Linien in Weimar und Gotha. Mitten im Dreißigjährigen Krieg sah sich Herzog Ernst der Fromme veranlasst, ein neues Residenzschloß in Gotha zu bauen. Bei seinem Tode 1680 teilten die Söhne das Land unter sich in zum Teil sehr kleine Portionen: das verkleinerte Gotha selbst sowie die Herzogtümer Sachsen-Meinin­gen, -Römhild, -Hildburghausen, - Coburg, - Saalfeld, -Eisenberg und -Altenburg. Alle diese neugegründeten Residenzen benötigten, was zur fürstlichen Hofhaltung und Repräsentation verbindlich war: ein Residenzschloß, Sommer- und Jagdschlösser, Bauten für die Administration, Kirchen, Grablegen, Orte für Theater- und Musikaufführungen, Sammlungen und Inventar. Davon ist noch eine große Menge erhalten.

Eine vom Programm her dichte Exkursion wird Ende August 2014  die  Residenz-Orte der abgeteilten Gothaer Linien besuchen und einen einmaligen, konzentrierten Überblick ermöglichen. Zwei der sieben 1680 neu geschaffenen Linien sind bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wieder ausgestorben, ihr Land wurde auf die anderen Familienzweige verteilt. Nach dem großen Neuzuschnitt der Territorien im Jahre 1826 haben als eigenständige Staaten bis 1918 noch Sachsen-Coburg und Gotha, Sachsen-Meiningen und Sachsen-Altenburg existiert. In diesen drei Städten haben sich entsprechend auch die deutlichsten Spuren der ‚Residenz-Infrastruktur’ ihrer Vergangenheit erhalten.

Exkursionen 2013

Die Sächsischen Sekundogenituren im 17. und 18. Jahrhundert. Exkursion der Freunde nach Merseburg, Zeitz und Weißenfels im März 2013 

Kunsthistorische Leitung: Dr. Jarl Kremeier

In den weltlichen Kurfürstentümern des Heiligen Römischen Reiches galt Primogenitur: das Staatsgebiet durfte im Erbfalle nicht geteilt werden. Trotzdem hielt sich lange unter den deutschen Fürsten die ältere Vorstellung, dass jeder Sohn eines Regenten eine eigene ‚Portion vom Landes-Kuchen’ zu bekommen habe. Die Durchsetz ung der Primogenitur konnte, wie man am Beispiel des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg-Calenberg in den 1680er Jahren sieht, zu größeren Auseinandersetzungen in der Familie führen.

Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen (1585-1656) ging einen Mittelweg: Der älteste Sohn Johann Georg II. folgte als nächster Kurfürst in Dresden, während die drei jüngeren Brüder August, Christian und Moritz mit halbselbständigen Nebenherrschaften bedacht wurden, in denen sie eine standesgemäße Hofhaltung führen konnten, aber keine vollen Souveränitätsrechte (Münze, Militär, Befestigungsrecht, Diplomatie) hatten. So entstanden nach 1656 die Herzogtümer Sachsen-Merseburg, Sachsen-Weißenfels und Sachsen-Zeitz. In Merseburg gab es ein älteres Schloss, das für die Residenznahme nur adaptiert werden musste. In Weißenfels und Zeitz waren hingegen Neubauten nötig, die zu den ersten großen deutschen Residenzbauten nach dem Dreißigjährigen Kriege gehören. Die Architekten - meist aus der Familie Richter - fand man allerdings eher bei den Thüringischen Vettern als beim Dresdner Bruder.

Das Aussterben aller drei Sekundogenituren im 18. Jahrhundert hat die Nebenländer (und die damit verbundenen Einnahmen) wieder an Dresden fallen lassen - an den drei genannten Orten finden sich jedoch bis heute die Residenzschlösser und weitere Überreste der ehemaligen Hofhaltungen. Das Schloss in Weissenfels und besonders die Hofkirche gehören zu den überragenden Werken der frühen Barockarchitektur.

Exkursion der Freunde nach Rom im April 2013

Reiseleitung: Dr. Wilhelm Krammer

Besichtigung von Villen, Palästen und ihren Gartenanlagen. Ziel: die römische Kulturlandschaft, bedeutsam durch die schon in ihrer Zeit wegen ihrer Schönheit und ihres Formenreichtums in ganz Europa und natürlich auch in Preußen gerühmten, vielfach zitierten Anlagen in und vor allem auch vor den Toren Roms.

Einzelne Ziele: In Rom werden u.a. die Villa Borghese, die Farnesina und das Casino dell’Aurora Pallavicini, der Quirinalspalast als ehemalige Papstresidenz und der Palazzo Doria Pamphili sein. In Tagestouren u.a. Caprarola mit Palazzo und Villa Farnese, Bagnaia mit Villa Lante und der verwunschene Sacro Bosco in Bomarzo. Auch Tivoli im Osten Roms steht auf dem Programm sowohl mit der Villa d'Este und ihrem reich terrassierten Renaissancegarten wie auch mit der Villa Hadriana und ihren weitläufigen Ruinen als eindrucksvolles Beispiel einer imposanten antiken Villenanlage.

Diese Exkursion ist leider schon ausgebucht.

Exkursionen 2012

Exkursion der Freunde nach Rom im Oktober 2012

Reiseleitung: Dr. Wilhelm Krammer

Besichtigung von Villen, Palästen und ihren Gartenanlagen. Ziel: die römische Kulturlandschaft, bedeutsam durch die schon in ihrer Zeit wegen ihrer Schönheit und ihres Formenreichtums in ganz Europa und natürlich auch in Preußen gerühmten, vielfach zitierten Anlagen in und vor allem auch vor den Toren Roms.

Einzelne Ziele: In Rom werden u.a. die Villa Borghese, die Farnesina und das Casino dell’Aurora Pallavicini, der Quirinalspalast als ehemalige Papstresidenz und der Palazzo Doria Pamphili sein. In Tagestouren u.a. Caprarola mit Palazzo und Villa Farnese, Bagnaia mit Villa Lante und der verwunschene Sacro Bosco in Bomarzo. Auch Tivoli im Osten Roms steht auf dem Programm sowohl mit der Villa d'Este und ihrem reich terrassierten Renaissancegarten wie auch mit der Villa Hadriana und ihren weitläufigen Ruinen als eindrucksvolles Beispiel einer imposanten antiken Villenanlage.

Oktober 2012: Friedrich der Große und Graf Brühl – Geschichte einer Feindschaft. Ausstellungen in Branitz, Brody (ehemals Pförten) und Forst

Tagesexkursion. Kunsthistorische Leitung: Dr. Simone Neuhäuser, Kuratorin der Ausstellungen

Heinrich Graf von Brühl war eine der schillernden Persönlichkeiten seiner Zeit, ein bedeutender Kunstförderer und verantwortlich für die glanzvollen Dresdner Kunstsammlungen. Als mächtigster Politiker im sächsisch-polnischen Königreich wurde Brühl zum Gegenspieler Friedrichs II.

„1.500 Perücken und keinen Kopf!“, Friedrich II. setzte alles daran Graf Brühl in der Öffentlichkeit zu diffamieren. Im Siebenjährigen Krieg befahl er die Plünderung und Zerstörung der Brühlschen Schlösser, wohnte in Dresden wiederum im Palais des Gegners, „Sachsens kleiner Residenz“. Die Ausstellung im Marstall des Schlosses Branitz beleuchtete diese Feindschaft mit originalen Objekten und Pretiosen, Streitschriften und Dokumenten über die Kontrahenten.

1740 erwarb Brühl den kleinen Niederlausitzer Ort Pförten (heute poln. Brody), der damals zu Kursachsen gehörte. Er ließ Schloss- und Parkanlage umgestalten, zugleich entstanden ganze Stadtteile neu. Pförten verwandelte sich in eine florierende barocke Residenz. Am 1. September 1758 erteilte Friedrich II. den Befehl, das Brühlsche Lieblingsschloss zu zerstören. In einem Rundgang durch den Ort erläuterte Dr. Neuhäuser, ausgehend vom aktuellen Zustand der Schloss- und Parkanlage und der bis heute erhaltenen barocken Stadtstruktur, das Wirken Brühls.

Letzter Programmpunkt war der Besuch der Forster Stadtkirche, in der Graf Brühl bestattet wurde. Seit 1746 besaß er beide Teile der Standesherrschaft Forst-Pförten und war Stadtherr von Forst (Lausitz). Nach einem verheerenden Brand 1748 oblag Brühl somit auch der Wiederaufbau des Ortes.

Die Sächsischen Sekundogenituren im 17. und 18. Jahrhundert. Exkursion der Freunde nach Merseburg, Zeitz und Weißenfels im Oktober 2012

Kunsthistorische Leitung: Dr. Jarl Kremeier

In den weltlichen Kurfürstentümern des Heiligen Römischen Reiches galt Primogenitur: das Staatsgebiet durfte im Erbfalle nicht geteilt werden. Trotzdem hielt sich lange unter den deutschen Fürsten die ältere Vorstellung, dass jeder Sohn eines Regenten eine eigene ‚Portion vom Landes-Kuchen’ zu bekommen habe. Die Durchsetz­ung der Primogenitur konnte, wie man am Beispiel des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg-Calenberg in den 1680er Jahren sieht, zu größeren Auseinandersetzungen in der Familie führen.

Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen (1585-1656) ging einen Mittelweg: Der älteste Sohn Johann Georg II. folgte als nächster Kurfürst in Dresden, während die drei jüngeren Brüder August, Christian und Moritz mit halbselbständigen Nebenherrschaften bedacht wurden, in denen sie eine standesgemäße Hofhaltung führen konnten, aber keine vollen Souveränitätsrechte (Münze, Militär, Befestigungsrecht, Diplomatie) hatten. So entstanden nach 1656 die Herzogtümer Sachsen-Merseburg, Sachsen-Weißenfels und Sachsen-Zeitz. In Merseburg gab es ein älteres Schloss, das für die Residenznahme nur adaptiert werden musste. In Weißenfels und Zeitz waren hingegen Neubauten nötig, die zu den ersten großen deutschen Residenzbauten nach dem Dreißigjährigen Kriege gehören. Die Architekten - meist aus der Familie Richter - fand man allerdings eher bei den Thüringischen Vettern als beim Dresdner Bruder.

Das Aussterben aller drei Sekundogenituren im 18. Jahrhundert hat die Nebenländer (und die damit verbundenen Einnahmen) wieder an Dresden fallen lassen - an den drei genannten Orten finden sich jedoch bis heute die Residenzschlösser und weitere Überreste der ehemaligen Hofhaltungen. Das Schloss in Weissenfels und besonders die Hofkirche gehören zu den überragenden Werken der frühen Barockarchitektur.