Vorträge

Der Vorstand der Freunde lädt in jedem Jahr zu Vorträgen ein, die sich im näheren und weiteren Themenumfeld mit den Kunstdenkmalen der Preußischen Schlösser und Gärten beschäftigen. Wir freuen uns über die Zusagen aller Vortragenden aus verschiedenen Bereichen, die uns mit ihrem jeweiligen Blick neue Perspektiven eröffnen.

 

Vorträge 2016 

schloss schoenhausen

"Ein König soll auch ein großer Künstler seyn" - Friedrich Wilhelm IV. von Preußen als Zeichner 

 Mai: Vortrag von Dr. Jörg Meiner 

 

 

Wir freuen uns auf den Vortrag des Kunsthistorikers Dr. Jörg Meiner, langjähriger Mitarbeiter der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, jetzt Kurator bei den Staatlichen Schlössern und Gärten im Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern.

„Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) gehört zu den interessantesten preußischen Herrschern. Aber nicht weil er seine Regentschaft mit politischem oder militärischem Handeln im gesellschaftlichen Gedächtnis verankern konnte, nicht weil er Demokraten mit Soldaten ausmerzen wollte und er 1848 eine mehr als unglückliche Figur machte. Sondern er ist vor allem aufgrund seines Talents und seines Gespürs für das künstlerische Element im individuellen und sozialen Leben in Erinnerung geblieben. Der Kronprinz und König näherte sich nahezu allen Phänomenen, Schönheiten und Zumutungen des Daseins mit dem Zeichenstift: wilde Ornamentteppiche treffen auf verästelte Grundrissideen, phantastische Landschaftsbilder kontrastieren mit miniaturhaften Gebäudeansichten, ausufernde Klosteranlagen sind durchkreuzt mit historischen Phantasmagorien, italienische Romanzen erschüttern Bilder vom Antichristen. Er zeichnete fast jederzeit alles mögliche, so dass sein beängstigter Erzieher Ancillon ihm vorhielt, dass noch nie ein Volk vermittelst romantischer Bilder regiert worden sei. Doch wahrscheinlich war Friedrich Wilhelm von gegenteiliger Überzeugung, hielt Bilder auf vielfältige Weise dem Politischen für dienlich und setzte auf ihre Einprägsamkeit. Seine Zeichnungen spiegeln seine Auffassungen und verschlüsseln sie auch vielfach - das macht den Nachlass von über 4500 Blättern Friedrich Wilhelms im Bestand der Graphischen Sammlung der Stiftung, der wissenschaftlich online erschlossen wurde, so spannend.“ (Dr. Jörg Meiner)

Wie es mit der Geschichte in Zukunft ist: Ein Spaziergang durch die Schlösser und Gärten von Morgen 

Januar: Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh  

Wir haben uns über den dritten Vortrag des Generaldirektors der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, zur Begrüßung des Neuen Jahres gefreut.

Im Januar 2015 berichtete Prof. Dorgerloh über die Chancen der Digitalen Revolution für die SPSG. Seitdem ist die Stiftung mit großen Schritten vorangekommen. Ein Strategiepapier zu einer digitalen Agenda liegt vor. Sie ist ein wichtiger Baustein, wenn aber auch nur einer von vielen, um die Attraktivität der Preußischen Schlösser und Gärten zu bewahren.

Dazu leisten die Ausstellungen der Stiftung, in denen Geschichte und Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten erzählt werden, und auch über die denkmalpflegerische Arbeit berichten, einen ganz wesentlichen Beitrag. Denn dass die Preußischen Schlösser und Gärten heute wieder so zu erleben sind, ist zuvorderst dem Interesse aller Gäste und Freunde an diesem prominenten Erbe der Hohenzollern und der hohen fachlichen Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Denkmalpflege und dem Sonderinvestitionsprogramm des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg zu verdanken. Dessen Fortsetzung über das Jahr 2017 hinaus hat der Haushaltsausschuss des Bundestages gerade beschlossen. So bleibt die Stiftung also in Bewegung! Bei einem kleinen virtuellen Rundgang durch die Schlösser und Gärten erfuhren wir als Freunde der Stiftung seit Jahrzehnten von den aktuellen Plänen und Projekten.

Vorträge 2015

André Le Nôtre. Epochaler Gartenkünstler - unbekannter Kunstsammler. 

Vortrag von Patricia Bouchenot-Déchin - in Zusammenarbeit mit der Pückler-Gesellschaft e.V. - 

2013 würdigte Schloss Versailles mit der Ausstellung „André Le Nôtre en perspectives 1613 – 2013“ diesen besonderen Landschaftsgärtner, Gestalter, Architekt und nahen Freund des Sonnenkönigs. André Le Nôtre, weltbekannt für seine Gärten und Landschaften, war nicht nur außerordentlicher Gartenkünstler und Architekt. Als Contrôleur général des Bâtiments, des Arts et Manufactures du roi spielte er neben Ludwig XIV. auch eine bedeutende Rolle im Frankreich des 17. Jahrhunderts. Als zukünftiger Zeichner der königlichen Gärten studierte er in der Werkstatt des Hofmalers Simon Vouet. So gibt es neben den Gartenentwürfen auch zahlreiche künstlerische Zeichnungen - Zeugnisse seiner großen Begabung. Es überrascht nicht, dass André Le Nôtre auch ein großer und bekannter Kunstsammler war. Von seinen hunderten, in seinem Haus dicht präsentierten Kunstwerken schenkte er dem König 21 Gemälde, 30 Bronzen, Porzellane und Skulpturen. Sie sind heute in den großen Museen Frankreichs und der Welt zu sehen. Was für ein Kunstsammler war André Le Nôtre? Welche Werke konnte man bei ihm bewundern? Wer beeinflusste ihn? Welche Wissenschaftler, Sammler und Künstler bildeten sein Umfeld? Mit Antworten auch zu diesen Fragen erhalten wir ein erstaunliches Porträt von dem Gartenkünstler und königlichen Offizier, wie auch ein besseres Verständnis über seine Freundschaft mit dem „Sonnenkönig“ Ludwig XIV.

Patricia Bouchenot-Déchin, französische Schriftstellerin, Chevalier des Arts et des Lettres, ist u.a. wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungszentrums am Versailler Schloss. Sie ist Autorin der Biographien Henry Dupuis, jardinier de Louis XIV (Perrin-Château de Versailles, 2001) und André Le Nôtre (Fayard, 2013). Für ihre Forschungen über André Le Nôtre gewann Patricia Bouchenot-Déchin den „Prix Hugues Capet 2013“ sowie den „Prix d’Académie“ der Académie française 2014. Als Kuratorin der Ausstellung André Le Nôtre en perspectives,1613-2013 war sie mit Georges Farhat auch Herausgeberin und Autorin des gleichnamigen Katalogs, der international ausgezeichnet wurde. 

Vom sprechenden Schreibtisch zur Stadt unter dem Dach. Die Konzeptionen für die Preußischen Schlösser. Aus dem Nähkästchen des Schlösserdirektors

Vortrag des Direktors der Schlösser und Sammlungen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Dr. Samuel Wittwer

„Im vergangenen Herbst feierte Deutschland 25 Jahre Wiedervereinigung und in diesem Jahr sind es 20 Jahre, seit die SPSG aus der Zusammenlegung der beiden Schlösserverwaltungen in Potsdam und Berlin entstand. Die kraftvolle Aufbruchstimmung jener Jahre ist der eingespielten Routine gewichen, mit der Übernahme von Schloss Schönhausen ist der Ausbau der Stiftung bezüglich neuer Schlossanlagen abgeschlossen, mit dem ersten Abschnitt des Sonderinvestitionsprogramms konnten zahlreiche Gebäude in ihrer Substanz gesichert werden und nach Jahren erfolgreicher Provenienzforschung und Inventarisierung ist der Kunstbesitz in allen Aspekten weitestgehend erfasst. Ist es also an der Zeit, den Schritt zu verlangsamen, sich hinzusetzen und genussvoll das bestellte Feld zu betrachten? Wohl kaum, denn jeder Expansion, jedem "großen Umzug", muss stets der Blick nach Innen folgen, muss auch im Kleinen aufgeräumt werden. In den kommenden Jahren gilt es daher, die Schwerpunkte und Aussagen der einzelnen Schlösser aufeinander abzustimmen, veraltete Konzeptionen zu erneuern, Einzellösungen einzubinden und die große Vision der preußischen Schlösser für unsere Besucher sichtbar zu machen. Die Überarbeitungen von Dauerausstellungen in den letzten Jahren - Schönhausen, Grunewald, Neuer Pavillon, Paretz - sind nur erste Mosaiksteine in dem Bild, das der Direktor der Schlösser und Sammlungen in diesem Vortrag skizzieren wird."

Preußen 2.0 Die preußischen Schlösser und Gärten in der digitalen Revolution

Vortrag des Generaldirektors der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh

Die digitale Revolution in einer globalisierten Welt stellt auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg vor neue Herausforderungen, aber sie eröffnet auch große Chancen. Digitale Kommunikation ist Alltag. Ihr sind keine Grenzen gesetzt. Durch Computer, Tablets und Smartphones können wir überall in der digitalen Welt kommunizieren. Wer sich heute über ein Unternehmen oder eine Institution informieren oder Tickets für Konzerte kaufen will, der sucht im Netz. Weil die Kommunikation im Netz anderen Regeln folgt, muss sich auch das Selbstverständnis der Kultureinrichtungen ändern. Zu den traditionellen Aufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen und Präsentieren kommt das Teilen hinzu. Analog erleben, digital kommunizieren, lautet hier die Regel. Unter den Schlagworten „digitales Wissen“, „digitales Miteinander“ und „digitales Wirtschaften“ will sich die Stiftung dieser Entwicklung in den kommenden Jahren stellen. 

Vorträge 2014

Räume und Zeiten: Die Paradekammern im Berliner Schloss zwischen Barock und Moderne 

Dr. Guido Hinterkeuser, Kunst- und Architekturhistoriker 

100 Jahre Denkmalpflege im Park Sanssouci -Aspekte zur Kontinuität der Restaurierung und Bewahrung

Prof. Dr. Michael Rohde, Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Zwischen Friedrich und Wilhelm. Perspektiven und Ziele für die Preußischen Gärten und Schlösser

Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Vorträge 2013

Restitutionsfragen zwischen Raub- und Beutekunst - Fallbeispiele und Grundsatzerwägungen aus den Arbeitsbereichen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, gewonnen zu haben, der in dieses hochaktuelle Thema einführt.